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Omas Nähmaschine ... aus dem Dornröschenschlaf geweckt :)

Geschenkt bekommen habe ich "das gute Stück" vor mehr als 35 Jahren, als ich damals meine erste eigene Wohnung bezog, von meiner Oma.

Da sah sie noch echt schön aus, halt von meiner Oma in Ehren gehalten, auch, wenn sie sich zum Nähen schon längst ein neueres Modell zugelegt hatte. Niemals wäre sie auf die Idee gekommen sie wegzuwerfen, nur weil sie eigentlich nicht mehr gebraucht wurde.

So freute sie sich doch sie in guten Händen zu wissen und hatte mir damit eine große Freude gemacht.

Bei mir eingezogen diente sie als Tischchen, als Blumenbank, zum Nähen habe ich sie eher nicht genutzt  ... aber vor allem zum Anschauen und Erinnern :)

 

Die Jahre vergingen und irgendwann ... nach mehreren Umzügen, einer zeitweisen Leihgabe des guten Stücks an eine liebe Alltagsheldin in meiner Familie, kam sie doch wieder zu mir zurück.

 

Da stand sie nun, ich wusste nicht so recht wohin mit ihr, ein paar Jährchen auch noch in meiner Garage, was ihr nun wirklich nicht gut tat. 

 

Ich wollte sie schon entsorgen, zumal mir meine Oma auch noch ihre neuere Nähmaschine vermachte :)), die übrigens auch heute immer noch toll näht.

 

Aber dann ... machte es mich einfach zu traurig. Das war so nicht gewollt.

 

Also Ärmel hochgekrempelt, nach einer ersten Behandlung mit Wasser und Seife,  war sie von dicken Staubschichten und anderen undefinierbaren Spuren der Jahre befreit.

 

Es kamen mir beim Putzen so viele vergrabene Geschichten aus meinen Kindheitstagen bei meiner Oma in den Sinn.

 

Ja ich war wirklich oft und sehr gerne bei meinen Großeltern.

 

Erinnerungen an einen Garten voller Obst und Rosenstöcke, eine Kloppstange mit Schaukel, Gartenzaun streichen mit meinem Opa, die weiße Wäsche wurde auf dem Herd in einem riesigen Kochtopf eingeweicht, in den Keller musste man außen ums Haus und es gab dort diesen ganz bestimmten Geruch von frisch gewaschener Wäsche und eingekellertem Obst.

Sie hatten immer Zeit für mich und ich kann mich an kein böses Wort erinnern.

Im Sommer wurde das Planschbecken aufgestellt und mit schon warmem Wasser aus dem Teekessel befüllt.

Zum Mittagessen gehörte immer auch  Kompott, natürlich selbst eingeweckt.

 

.... so könnte ich ewig weitererzählen ... aber dann war die Nähmaschine doch irgendwann sehr gründlich geputzt.

 

 

Ich habe sie noch ein wenig aufgehübscht und Teile von ihr im Shabbystil geweißelt. Ein abgefallener Fuß wurde wieder angeschraubt und es hat sich auch noch eine Platte für obendrauf gefunden.

 

So steht sie jetzt da, wie ich finde in Ehren gehalten, auch wenn ich nicht weiß, ob meiner lieben Oma shabbychic gefallen hätte :))

 

Omas alte Nähmaschine ... 

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Marieke (Montag, 29 Oktober 2018 13:48)

    Total schön! <3

  • #2

    Juliette (Montag, 29 Oktober 2018 19:48)

    Ooh. Tolle Geschichte!!!